Bericht von Jan Hendrik Marck und Marco Niermeyer

Auf der Suche nach einem schönen und etwas außergewöhnlicheren Marathon sind wir auf den Luxemburg Marathon gestoßen. Der Start ist nicht wie üblich morgens, sondern um 19 Uhr.

 

Jan Hendrik hatte leider verletzungsbedingt eine zu kurze Vorbereitung, so dass er auf den ebenfalls angebotenen Halbmarathon umgeschwenkt ist, während ich erstmals nach 2010 wieder bei einem Marathon an den Start gehen wollte.

 

Die Anreise erfolgte am Freitag, den 29.05.2015. Nachdem wir unser schön am Kirchberg und damit in der Nähe von Start und Ziel gelegenes Hotel bezogen hatten, machten wir uns zu Fuß auf den ca. drei Kilometer langen Weg zur Luxexpo. Wir stellten schnell fest, dass es fast ausschließlich bergauf ging, was wir beim Marathon auf den Schlusskilometern auch noch bewältigen mussten.

 

Die Messe war klein, übersichtlich und gut organisiert. Wenige Marathonveranstaltungen stellen sich vor, man konnte Bekleidung und Sportlernahrung kaufen und nachdem wir problemlos unsere Startunterlagen erhalten hatten, konnten wir kostenfrei eine Portion Pasta mit Getränk zu uns nehmen.

 

Anschließend fuhren wir noch mit dem Bus in die Stadtmitte. Erste Sambabands spielten und wir konnten einen Teil der Laufstrecke einsehen. Unsere Vorfreude stieg, da die Strecke durch zum Teil enge Passagen ging und wir mit einer guten Stimmung rechneten. Nach einer weiteren Pastaportion fuhren wir zurück ins Hotel.

 

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fuhren wir erneut in die Stadtmitte und sahen uns die Highlights der schönen Stadt an. Wieder waren schon ein paar Höhenmeter zu bewältigen und da wir unsere Beine noch etwas schonen wollten, fuhren wir am frühen Nachmittag zurück und legten unsere Beine hoch. Um ca. 17 Uhr nutzten wir den gut organisierten Busshuttle zum Start. Dort gaben wir unsere Kleiderbeutel ab und wanderten noch durch den Startbereich. Ein Sprecher stellte noch die bekanntesten Läufer vor. Darunter waren Jan Fitschen und Irina Mikitenko beim Team Run sowie Joey Kelly beim Marathon. Zusätzlich wurden noch alle Geburtstagskinder der ca. 11000 Starter aufgezählt. Von den Startern liefen ca. 1200 Einzelkämpfer und 750 Staffeln die lange Strecke. Die Halbmarathonis bilden mit über 6300 Teilnehmern die größte Gruppe. Kinderläufe und ein 5-Kilometer-Teamlauf runden das sportliche Bouquet ab.

 

Pünktlich um 19:00 Uhr fiel der Startschuß mit großem Konfettiregen. Jan Hendrik startete in Startblock C, während ich in B starten durfte. Wie bei allen Läufen wunderten wir uns, dass sehr langsame Läufer vor uns gestartet sind. Nach einem kurzen Stück bergauf ging es leicht bergab. Links und rechts der Straße befanden sich diverse Bürogebäude großer Banken und Fondsgesellschaften. Nachdem wir einige Wohngebiete passiert hatten, wurde es laut. Wir kamen der Innenstadt näher und Menschenmassen säumten den Straßenrand. Viele waren vom Hauptsponsor ING in orange ausgestattet und hatten Tröten und Rasseln. In der Altstadt spielten weitere der insgesamt 50 Sambagruppen. Wir liefen durch enge menschengesäumte Gassen mit einer unglaublichen Gänsehautstimmung. Ca. bei Kilometer 15 kam es zur Trennung von den Halbmarathonläufern. Tanzende Luxair-Stewardessen wiesen uns den richtigen Weg. Schlagartig wurde es auf der Marathonstrecke ruhig. Ich lief durch einige nette Wohngegenden und Parks mit Spielanlagen für Kinder, die für diese fantastisch sein müssen. Weiter ging es unter anderem durch ein Light-Village mit spektakulären Lichteffekten und später durch Kneipengassen mit ausgelassener Stimmung. Dann sollte es aber noch einmal hart werden. Es ging auf den letzten fünf Kilometern nur noch bergauf durch die nächtliche Bürogegend. Das Ziel entschädigte jedoch wieder. Es befand sich wieder in der Luxexpo. Ein DJ heizte ein und die Zuschauer feierten uns. Erst im Ziel stellte ich fest, dass ich neue persönliche Bestzeit gelaufen war. 3:14:06 Std. – und das bei den 520 Höhenmetern. Mit der Zeit belegte ich den 49. Platz. Von Jan Hendrik erfuhr ich, dass er den Lauf auch sehr genossen hat und mit seiner Zeit von 2:13:38 Std. gut zufrieden war.

 

Wir erhielten unsere schönen Medaillen, Verpflegung, konnten duschen und uns massieren lassen. Der Heimweg war wieder ausgezeichnet mit Shuttlebussen organisiert.

 

Nach einem reichhaltigen Frühstück haben wir uns sonntags wieder auf den Heimweg gemacht.