Der Transalpine-Run 2011, eines der schwersten Etappenrennen der Welt, wurde dieses Jahr auf der Westroute gelaufen. Es ging in 8 Tagen durch die 4 Länder, Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien. Startort war Oberstdorf, die Zielorte waren Hirschegg im Kleinwalsertal, Schruns im Montafon, Galtür am Ende Patznauntals, Scuol im Engadin, Malz, Schlanders und der Zielort Latsch im Vinschgau. Die gesamte Strecke war 273 km lang und führte über 15.436 Höhenmeter im Aufstieg und 14.606 Höhenmeter im Abstieg. Etappenlängen von 27,2 - 53,2 km und ein Bergsprint in Scuol wurden von den Teilnehmern gelaufen. Insgesamt waren 325 Teams aus 25 Ländern am Start, ca. die Hälfte der Teilnehmer kam aus Deutschland. Pünktlich um 11 Uhr ging es am 3.9.2011 in Oberstdorf los. Vorher musste jedes Team in den Startbereich einchecken, um wie auch an den folgenden Tagen, die mitzuführende Ausrüstung, wie z. B. Erste Hilfe-Set, Handschuhe, Mütze usw. überprüfen zu lassen. Die erste Etappe erschien uns mit insgesamt 27,2 km Länge und 1.806 Höhenmetern nicht sonderlich anspruchsvoll. Durch die hohen Temperaturen von über 25 Grad schon am Start, blieb diese Etappe bei uns aber als eine der schwersten in Erinnerung. Schon kurz nach dem Start ging es ziemlich steil bergauf über die Allgäuer-Alpen zur Fiderepaß-Hütte auf 2.060 m. Nachdem danach ca. 5 Kilometer bergab verlief, mussten 7 Kilometer vor dem Ziel noch einmal 350 Höhenmeter überwunden werden. Bei den hohen Temperaturen war dies jedoch, wie man sich vorstellen kann, recht anstrengend, sodass wir beim letzten Anstieg einige kleine Pausen einlegen mussten. Nach 5:29 Std. erreichten wir, ziemlich erschöpft, aber auch sehr glücklich, das Ziel in Hirschegg. Nachdem wir im Camp unseren Platz gesucht hatten, ging es zur abendlichen Pastaparty mit anschließender Siegerehrung der Tagesschnellsten. Zum Schluss jeder Veranstaltung wurden wir von Streckenchef Wolfgang Pohl ausführlich über die nächste Tagesetappe informiert. Mit den Bildern und dem Video des Tages wurde die Pastaparty, wie auch in den kommenden Tagen beendet. Es waren jeden Abend tolle Bilder und fantastische Videos, die die Läufer immer wieder begeisterten und aufs neue motivierten. Am nächsten Tag starteten wir schon um 7:00 Uhr zur Königsetappe des diesjährigen Transalpine-Runs 2011. Über 53 km und  2.481 Höhenmeter musste zum Zielort Schruns gelaufen werden. Wir hatten uns vorgenommen die Etappe ruhig anzugehen, mussten aber natürlich die geforderten Zeitlimits an den verschiedenen Kontrollpunkten im Auge behalten. Im Nachhinein stellten sich die Zeitlimits nicht als großes Problem dar. Teilweise waren wir schon 1:00 - 1:30 Stunden, vor der angegebenen Zeit am Kontrollpunkt. Diese waren immer an den Verpflegungsstationen untergebracht. Zum Glück waren die Temperaturen deutlich angenehmer als am Vortag. Über schöne Wanderwege und anspruchsvolle Trails ging es über die Allgäuer Alpen den Lechtaler Alpen und der Verwallgruppe alleine über 3 Gebirgsgruppen. Bei der 2. Verpflegung in Oberlech, wurden wir an diesem Tag zum 3er Team. Petra Meyer von GW Steinbeck hatte hier das Pech, dass Ihr Partner krankheitsbedingt aufgeben musste. So liefen wir die restlichen noch ausstehenden Etappen mit Ihr zusammen. Als wir nach etwas über 10 Stunden in Schruns ins Ziel einliefen, waren wir froh und auch ein bisschen Stolz die längste Etappe geschafft zu haben. Am nächsten Tag ging es bei strömenden Regen erst um 9:00 Uhr in Schruns los. Ziel diesmal Galtür, am Ende des Patznauntals. 42,3 km und etwas über 1.800 Höhenmeter waren die Streckenparameter. Der Trail wurde aus Sicherheitsgründen aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen ein klein wenig geändert. Die Streckenlänge blieb dabei allerdings fast gleich, es waren jedoch ca. 800 Höhenmeter im Auf- wie im Abstieg weniger zu laufen. Wir waren darüber natürlich nicht allzu traurig. Durch den Regen, der erst nach etwa der Hälfte der Strecke aufhörte, waren die Bedingungen ohnehin äußerst schwierig. Über dem sogenannten "Wormser Höhenweg" hoch über dem Montafon waren wir nach 7:26 Std. im Ziel in Galtür. Unser Camp war diesmal die dortige Tennishalle. Hier waren auch eine Schwimmhalle und ein großes Restaurant für die abendliche Pastaparty und Siegerehrung angesiedelt. Der nächste Tag sollte uns nach Scuol ins Engadin führen. Streckenlänge diesmal knapp 40 km und 2.339 m im Aufstieg. Die Schlechtwetterfront hatte sich verzogen und der Start erfolgte um 8:00 Uhr bei 3 Grad Außentemperatur, dafür aber bei strahlendem Sonnenschein. Also allerbeste Bedingungen für uns Läufer. Die erste Verpflegungsstelle war an der 2.165 m hohen Jamtalhütte. Dann Aufstieg zum Futschölpass auf 2.768 m Höhe. Nach 700 m Abstieg ging es wieder steil hinauf zum Piz Clünas auf 2793 m Höhe. Hier oben entschädigte uns ein tolles Panorama für die Strapazen des steilen Anstieges. Teile des Weges waren mit Sicherungsseilen versehen. Wirklich gefährlich waren diese Abschnitte aber nicht. Auf diesen sehr schönen, aber auch sehr schweren Trails und Wanderwegen kamen wir nach 7:53 Std. in Scuol im Engadin ins Ziel. Die letzten 6 Kilometer der Strecke ging es stetig bergab und beanspruchte unsere Oberschenkelmuskulatur noch einmal heftig. An schnelles Bergablaufen war nicht zu denken. Es war übrigens exakt die Strecke, die am nächsten Tag beim Bergsprint bergauf gelaufen werden sollte. In Scuol angekommen, ging es zum dortigen Camp in einen "Luftschutzbunker". Grenzwertig, aber bei den Übernachtungspreisen in der Schweiz, für uns das kleinere Übel. Die Übernachtungskosten für die Camps betrugen je EUR. 19,- inkl. Frühstück. Das Frühstück war bei allen Übernachtungen sehr gut und immer in der Nähe der Camps. Es gab wirklich keinen Grund für irgendwelche Beanstandungen. Am nächsten Tag also der Bergsprint über 6,2 km mit einem Höhenunterschied von 936 m. Ziel war die Bergstation Motta Naluns. Das Wetter war wieder schön sonnig und morgens am Start auch noch nicht zu warm. Gestartet wurden die Teams im Abstand von 20 Sekunden. Heute durften ausnahmsweise mal die langsamsten Teams zuerst laufen. Ganz am Anfang die Einzelstarter, also die Läufer bei denen der Teampartner, aus welchen Gründen auch immer, ausgeschieden war. Hier erreichten wir, Stefan und ich, unsere beste Platzierung, Platz 314 und 315 von ca. 600 Startern. Oben angekommen, fand, nachdem alle Läufer das Ziel erreich hatten, die Pastaparty im Bergrestaurant statt. Es gab ein tolles Buffet, dass wir in aller Ruhe genießen konnten. Allerdings mussten wir ca. 1 Std. anstehen um an die Speisen und Getränke zu kommen. Mit der Gondel konnten wir anschließend wieder ins Tal fahren. Der Rest des Tages wurde zum Regenerieren bzw. für einen Bummel durch Scuol genutzt. Am nächsten Morgen mussten wir wieder um 5:30 aufstehen, um rechtzeitig für die Etappe nach Malz im Vinschgau gerüstet zu sein. Froh waren wir vor allem darüber, dass wir aus dem Luftschutzbunker ausziehen konnten. 2 Tage waren für unsere Begriffe lang genug. An diesem Tage mussten 37 km und 1.332 Höhenmeter gemeistert werden. Mit der Uina- Schlucht, der Überquerung des Schlinigpasses 2.261 m und dem langen Höhenweg zur Plantapatsch-Hütte oberhalb von Burgeis im Vinschgau bekamen wir bei bestem Wetter drei absolute Highlights der diesjährigen Strecke zu sehen. 5:06 Std. standen im Ziel auf unserer Uhr. Im Ziel in Malz stand, wie bei all den anderen Zielankünften auch, ausgezeichnete Verpflegung bereit. Ein Läuferehepaar aus Neuseeland, das zufällig neben uns saß, bekam im Ziel für die weiteste Anreise (über 20.000 km) eine GPS-Uhr von der Fa. Suunto geschenkt. Das Ehepaar war übrigens nur für diesen Event nach Europa gekommen. Unser Camp in Malz war in der dortigen Tennishalle, in der auch später am Abend die Pastaparty und die Siegerehrung stattfanden. Auf der folgenden 7. Etappe nach Schlanders mussten wir den höchsten Punkt des diesjährigen Transalpine-Runs überqueren. Mit 3.012 m war die Rappenscharte eine echte Herausforderung. Hier benötigten wir für den extrem steilen Anstieg und das annähernd weglose Gelände oberhalb von 2.000 m für 5 km Streckenlänge über 2 Stunden. Unglaublich aber wahr. Anschließend ging es über die südlichen Ötztaler Alpen, und die Kortscher Alm nach Schlanders. Wir benötigten wir für diese Etappe 6:40 Std. Im Ziel in Schlanders war es mit 28 Grad wieder schön sommerlich warm. Unser Camp war in der  dortigen Turnhalle wo wir viel Platz hatten und nicht so beengt liegen mussten. Am nächsten Morgen wurde um 8 Uhr die letzte Etappe nach Latsch gestartet. 30,2 km und 1.807 Höhenmeter mussten auf der Abschlussetappe gelaufen werden. Der höchste Punkt der Strecke war die Göflaner Scharte mit 2.396 m Höhe. Danach ging es stetig bergab. Auf den letzten Kilometern führte der Weg durch weitläufige Obstplantagen zum Ziel in das Zentrum von Latsch. Nach 5 Std. war das Ziel erreicht und wir waren überglücklich diesen Lauf gefinisht zu haben. Außer einigen kleinen Blasen an den Füßen, haben wir den Lauf gut überstanden. Um den, wenn auch nur persöhnlichen, Sieg gebührend zu feiern, wurden wir im Ziel mit einem Glas Sekt empfangen. Alle Team wurden von den zahlreichen Zuschauern lautstark gefeiert. Die schöne Finishermedallie gab es schon direkt nach dem Zieleinlauf. Danach wurden zusammen mit Petra und dem 2.Team aus Steinbeck (Theo Maag und Guido Speller) einige Biere getrunken. Alle waren der Meinung, dass dieser Lauf  schon ein ganz besonderes Erlebnis ist. Abends dannnatürlich wieder die obligatorische letzte Pastaparty. Alle in der Wertung befindlichen Läufer wurden mit Namen aufgerufen und bekamen die begehrten Finisher Shirts auf der aufgebauten Bühne. Bis in die frühen Morgenstunden wurde gefeiert und getanzt. Eine super Stimmung zum Abschluss. Insgesamt eine tolle Veranstaltung mit perfekter Organisation. Außerdem hatten wir Glück mit dem Wetter. Trailrunning in den Alpen über 8 Tage war für uns eine schöne aber auch anstrengende neue Erfahrung. Für jeden Kilometer in den Bergen, ob bergauf oder bergab muss man sich richtig ins Zeug legen. Hier fliegen die Kilometer nicht so vorbei wie bei einem Marathon im flachen Gelände. Es war teilweise wirklich sehr anstrengend und kräftezehrend. Trotz aller Strapazen hat der 8-tägige Lauf riesigen Spaß gemacht. Alle Teilnehmer sind immer rücksichts- und respektvoll sowie sehr kameradschaftlich miteinander umgegangen. Das Team von Plan B hat hier tolle Arbeit geleistet. Hier noch unser Ergebnis. Wir sind auf Platz 51 von 68 Teams in der Master-Men Klasse (zusammen über 80 Jahre alt) gelandet. In der Gesamtwertung war das Platz 177 von 243 Teams. Gestartet in Oberstdorf waren 325 Teams. Unsere Gesamtlaufzeit betrug 48 Stunden und 47 Minuten. Das spanische Gewinner-Team schaffte die Strecke ca.19,5 Std. schneller. Respekt für diese Leistung. Die Jungs waren einfach richtig gut. Sie wurden Abends bei den Siegerehrungen, besonders von den teilnehmenden spanischen, aber natürlich auch von allen anderen Teams, entsprechend gefeiert. Mein Glückwunsch geht aber auch an all die anderen Teams, die es bis ins Ziel nach Latsch geschafft haben. Bei dem Schwierigkeitsgrad der einzelnen Etappen sicher eine außergewöhnliche Leistung aller teilnehmenden Läufer.