Den zeitlichen Anlauf musste ich zunächst mal einige Monate bis zum Termin am Samstag, 30.04.2011 in Kauf nehmen. Und den Südsteig mit der (kurz) zuvor fertig gestellten Treppenanlage hoch bis zum einen der drei riesigen Windräder kannte ich auch noch nicht. Das wollte ich zwar möglichst schnell nachholen, musste aber erstmal ein paar Wochen warten, bis Frost und Eis weg waren, aber dann ...

 

 


 

Angefangen hatte es mit der Ankündigung, unter „www.laufen-os.de“, dass das Diakonische Werk Osnabrück zum Gipfelsturm auf den Piesberg geladen hatte.

Der Osnabrücker Marktplatz sollte zum Ausgangspunkt eines alljährlichen Sponsorenlaufes werden. Die erlaufenen Sponsorengelder sollten in diesem Jahr dem Garten- und Hausservice, einem Arbeitslosenprojekt der Diakonie zukommen. Angegeben wurden auch schon die Straßen, auf denen die Strecke führen sollte. Da konnte man schon mal auf dem Stadtplan die Strecke visuell ablaufen.

Am Wettkampftag war es kühl bei strahlend blauem Himmel, Start um 11:00. Meine Frau fuhr mich so hin, dass ich schnell aussteigen und nur 100 m bis zum Start gehen brauchte. Nur … nach 20 Schritten fiel mir siedend heiß ein, dass ich meine Gürteltasche mit Geld und Handy im Auto gelassen hatte! Also schnell die Beine „in die Hand genommen“ und fix durch die Altstadt zum Hegertor, denn da musste meine Frau vorbei kommen. Da kam sie auch schon, hielt auf mein Winken hin an der

Bushaltestelle an, so dass ich schnell meine Tasche greifen konnte. Stress vor dem Start, genau das, was man braucht … Jetzt konnte ich meinen Start bezahlen und zum Startbereich vor Rathaus und Kirche gehen. Hier wurde noch ein Gottesdienst von den beiden mitlaufenden (und den Lauf veranstaltenden) Pastoren abgehalten.

Kaum hatten die beiden ihre Soutane abgelegt und sich in den Startblock begeben ging es auch schon los. Durch viele Nachmeldungen hatten sich ca. 230 Teilnehmer an den Start begeben. Durch Altstadt und Hegertor ging es dann mit Hilfe der Polizei (so präsent wie bei diesem Lauf hatte ich das nur bei Marathonveranstaltungen gesehen) über eine der am stärksten befahrenen Straßen Osnabrücks, dann um die Volkshochschule herum und somit zum Fuße des Westerbergs. Das ist nicht nur ein attraktiver Stadtteil Osnabrücks, sondern, wie im Namen schon angedeutet, auch ein recht hügeliger. Hier konnte man schon mal erste Kräfte lassen. Es folgte dann der angenehmste, weil flache Teil des Laufs: Der Wald des „Heger Holz“, ein Stück entlang des Rubbenbruchsees und ein paar Kilometer durch Gegenden mit eingeschossiger Bebauung, Kleingärten, etc. und endete mit der Überquerung des Osnabrücker Stichkanals. Das war der angenehme Teil des Anlaufs gewesen.

Was kurz danach kam war der „schwarze Weg“, denn es ging nun berglaufmäßig hoch, z.T. so steil, dass viele gehen mussten. Oben angekommen wurde es für ein paar Meter flach, wurde sogar abschüssig, bis es über einige Stufen hoch zur und über eine Fußgängerbrücke ging, die zu den Gleisen einer Schmalspurbahn führte (2010 fertiggestellt kann man sich u.a. zu den Treppen fahren lassen). An diesen Schienen entlang, größtenteils auf Schotter, führte nun die Strecke, immer mehr oder weniger ansteigend bis zu der, durch eine schmale Straße unterbrochenen Treppenanlage: 269 steile, aus verzinktem Drahtrost bestehende Stufen. Das war also der Anlauf!

Ab jetzt sollte also nun mein 1. Treppenlauf beginnen. Doch daraus wurde nichts, es wurde „nur“ ein Treppengang; aber auch der war schon anstrengend genug, um ohne Pause oben anzukommen. Ein Grund dafür war wohl der zwei Wochen zuvor gefinishte Strongman Run am Nürburgring gewesen, der mir u.a. auch schmerzende Knie eingebracht hatte. Ich habe auch nur einen Einzigen (das war der, der mich hier überholt hat) laufen sehen! Nach den Treppen kam noch eine kurze Steigung (die ich wieder laufen konnte), eine scharfe Kurve, noch wenige Meter und dann schon der Zielkanal. Zeit: 54:14 min = 40% aller Finisher (220) waren vor mir. Der Schnellste hat es in 41:05 min, der langsamste Teilnehmer in 1:21:21 h geschafft (Ergebnisse und Bilder unter laufen-os.de).

Anstatt mit dem Shuttlebus zur Siegerehrung (hinter dem Industriemuseum) und anschließend zum Start zurück zufahren (hätte ich mal machen sollen), bin ich die paar Kilometer bis nach Hause zu Fuß gegangen.

 

Fazit: Endlich ein Lauf in Osnabrück, der City- / Landschafts- / Berg- und Treppenlauf in sich vereint und das noch zu einem guten Zweck (die Spenden kommen auch noch direkt an) – wo hat man das schon mal! Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen.

 

 

 

Osnabrück, 06.05.2011

Heiner Kutza