Baltic-Run, 324 km bis zur Ostsee


 

Am 23.7. habe ich mich nach Berlin-Frohnau bringen lassen um am 4. Baltic-Run teilzunehmen. Nach dem Einchecken folgte das große Briefing und das gemeinschaftliche Abendessen. Für mich war es bereits die dritte Teilnahme an diesem Etappenlauf. Ich war einer der ältesten Teilnehmer. Von den 50 Teilnehmern waren 25 schon einmal dabei. Fünf Tage zusammen laufen, zusammen essen und fünf Nächte zusammen in Turnhallen übernachten, das schweißt zusammen. Zum Schluss waren wir eine große Familie, bis auf einen Krawallschnarcher.

Am 24.7. erfolgte morgens um 8:00 Uhr vor dem Berliner Dom der Startschuss. Wir hatten fünf Etappen vor uns:

Berlin - Hubertusstock 63 km

Hubertusstock - Prenzlau 67 km

Prenzlau - Ueckermünde 72 km

Ueckermünde - Usedom (Stadt) 63 km

Usedom - Karlshagen 59 km.

Anfangs hatte ich noch etwas Probleme. Mein Medizinmann hatte mich vor den Nebenwirkungen der Antibiotika gewarnt. Vor Wochen hatte ich es einmal vergessen meine Brustwarzen abzukleben und jetzt hatte ich die Entzündung. Auch am zweiten Tag war ich noch eine halbe Stunde langsamer als in den Vorjahren. Vom dritten Tag an war ich wieder im Plan. Täglich sind wir etwa acht Stunden zusammen gelaufen und haben dabei eine er schönsten Landschaften Deutschlands durchquert. Nach den Eindrücken kann ich gut verstehen, warum die DDR-Oberen ihre Staatsgäste am Werbellinsee untergebracht hatten und warum die Industriebosse aus Berlin auf Usedom ihre Villen gebaut haben. Am letzten Tag wurde es auf der Insel Usedom dann noch etwas hügelig und regnerisch. Die gelaufenen Zeiten waren zweitrangig. Mit dem Sieg hatte ich eh nichts zu tun. Mit Robert Wimmer war übrigens der Gewinner des ersten Europalaufs, von Lissabon nach Moskau (rund 4500 km), mit am Start. Hier wurde er zweiter. Schade war nur, dass von den 50 gestarteten Läufern neun Läufer vorzeitig aussteigen mussten. Diesen Lauf kann ich nur empfehlen.