4 Trails in den Alpen


Es war schon verrückt mit der Vorbelastung in die Alpen zu fahren. Nur elf Tage vorher bin ich in Allermöhe bei Hamburg den Triple-Marathon gelaufen, also drei Marathonläufe in nur 18 Stunden. Der vierte Platz war da etwas schmeichelhaft, denn von insgesamt 78 Startern sind beim dritten Marathon des Tages nur noch sechs Marathonis an den Start gegangen.

Wenige Tage später bin ich in Bad Eilsen dann noch einen Bergmarathon gelaufen. Die Energiespeicher können also nicht sehr voll gewesen sein.

Die 4 Trails starteten am 6.7. in Garmisch-Patenkirchen und führten an der Zugspitze vorbei über zwölf Alpenpässe und rund 10.000 Höhenmeter und endete in Samnauen. Gemeldet waren 191 Einzelläufer aus 21 Nationen. Die erste Etappe von Garmisch nach Ehrwald ging über 36,2 km und hatte 2473 Höhenmeter im Aufstieg und 2176 Höhenmeter im Abstieg. Eine ideale Aufwärmstrecke, so der Streckenchef. Die zweite Etappe ging von Ehrwald nach Imst über 43,2 km und hatte 2663 Höhenmeter im Aufstieg und 2880 Höhenmeter im Abstieg. Das war der Hammer, denn da ging es derart steil bergauf, dass man nur noch krakseln konnte. Bergab war es nicht besser, denn auch da ging es nur über Stufen steil bergab. Die Luft stand und das Wasser lief mir nur so vom Kopf. Die Verpflegungsstellen waren 12 km auseinander, aber dafür brauchte ich an diesem Tag rund vier Stunden. Erst die letzten 15 km waren laufbar, aber da streikten meine Oberschenkel schon. Die umgerechnet 29.000 Treppenstufen an diesem Tag waren zuviel. Zum ersten Mal in meinem Leben bin in letzter geworden. Ich hatte aber noch alle Zeitlimits geschafft, ich war noch im Rennen. Rund

30 % der gestarteten Mitstreiter sind an diesem Tag ausgestiegen.

Beim abendlich Briefing für die nächste Etappe von Imst nach Landeck wurde ausführlich über das Verhalten bei Gewitter oberhalb der Baumgrenze vorgetragen. Die Gewitterwahrscheinlichkeit wurde mit sehr hoch eingestuft. Die Etappe wäre nach ein paar Korrekturen 31,1 km lang gewesen. Unter diesen Umständen war für mich das Maß voll, zudem für mich als Marathonsammler jeder Lauf kürzer als 42,195 km ein vertaner Lauf ist .

Die vierte Etappe von Landeck nach Samnaun ging über 45,3 km und hatte 2909 Höhenmeter im Aufstieg. Mit der Ochsenscharte in 2787 m Höhe stand der höchste Punkt des Rennens auf dem Plan. Die lange ersehnten Schneefelder und eine atemberaubende Aussicht hatten eine japanische Fotopause verdient. Diese Etappe war ein Genuss. Sie war gut laufbar und mit einer Platzierung im Mittelfeld auch noch versöhnlich.