1. Internationalen Triple- Marathon von Eelde
(NL) nach Wardenburg (D), den Ulf Denker mit seinem Team mit viel
Herzblut und noch mehr Engagement am 06.08.2010 als Weltpremiere eines
Punkt zu Punkt- Laufes über 126,6 km andachte und bravourös in die Tat
umsetzte.
Erstmalig hörte ich von diesem Laufabenteuer, als Ulf mich während des
achten Münster- Marathon ungefähr bei km 32 von der Seite anquatschte
und nicht nur mir, sondern auch den anderen Marathonis eine Teilnahme
nahelegte. Obwohl ich Biel u. ä. relativ problemlos abgehakt hatte,
konnte ich mir irgendwie nicht konkret vorstellen, diese Distanz zu
laufen. Doch welcher Ultra kennt nicht seine Fähigkeit, sich
Entfernungen schön zu denken, indem man sich vorstellt, dass z. B. die
einzigen HM darin bestehen, die Brücken über die Kanäle in Nordholland
beziehungsweise die Autobahnbrücke über die A 1  bei Papenburg zu
passieren.
Langer Vorrede kurzer Unsinn, nachdem das Haupthindernis, die
Genehmigung meiner Frau einzuholen, gelöst war, gehörte ich zum knapp
50 Starter zählenden Läuferfeld mit Teilnehmern u. a. auch aus
Norwegen, Großbritannien, den Niederlanden, Weißrussland, Italien und
Finnland, die sich am Nachmittag des 05.08. 2010 in Wardenburg trafen,
um nach Eelde geshuttelt zu werden, in der Sporthalle "de Kooi"
Quartier zu beziehen und in der Pizzeria "De rooie Kater" Pasta vom
Feinsten zu genießen, leider gab es kein Hefeweizen.
Die Stimmung war ausgezeichnet, man merkte den Läufern, unter ihnen
mit Sigrid Eichner, Gisela Hertz und Heike Pawzik auch drei weibliche
Cracks, die Vorfreude an auf ein Laufabenteuer, das nach einer kurzen
Nacht eigentlich schon mit einem exzellenten Frühstück ab 3 Uhr
begann, bevor uns der Bus zum eigentlichen Start brachte, immer
beobachtet von einem Fernsehteam des NDR. Hauptakteure des einen Tag
später gesendeten Reports waren 100 MC- Sturmvogel Sigrid und Rookie
Frank Loelke aus Hatten- Sandkrug. Kurz nach 5 Uhr fiel bei relativ
niedrigen Temperaturen der Startschuss für die 126,6 km per pedes der
aufgehenden Sonne entgegen. Das Feld entzerrte sich rasch, mein Plan
war, mit einem Schnitt von 7:30 min/km unterwegs zu sein, um an den
jeweiligen Etappenzielen nicht allzu lange auf den Neustart warten zu
müssen mit dem Ergebnis, dass Sigrid Eichner, Hajo Meyer, Wolfgang
"Hoppel" Weitkämper und ich das Feld vor uns herjagten und völlig
stressfrei einen tollen Sonnenaufgang im Morgendunst sowie alle 10 km
einen Verpflegungsstand vom Feinsten genießen zu können und mich durch
eine ausgesprochen aufmerksame und hoch motivierte bzw. motivierende
Fahrradbegleitung mehr als gut betreut zu wissen. Verständlicherweise
ergaben sich kaum Gesprächsmöglichkeiten mit anderen Läufern, da halt
jeder seine eigene Taktik hatte, das Triple zu finishen. Mit meinen
5:10:07 Std. lag ich nach der ersten Etappe genau im vorgegebenen
Zeitraster auf Gesamtplatz 41 von 45, mit 3:25 Std war Stefan Beckmann
vom TV Borken als Erster ungleich schneller, andere gute Bekannte wie
Thomas Eberhardt, Rene Wallesch, Hartmann Stampfer, Peer Schmidt-
Soltau und Kurt Gormanns lagen alle weit unter der 5- Stunden- Marke.
Sei´s drum, 84 km standen noch an, im zweiten Heat von Blijham nach
Esterwegen knallte nicht nur die Sonne mit Macht auf den schattenlosen
Asphalt, es zeigte sich auch, dass einige Cracks overpaced hatten und
nicht nur wetterbedingt gnadenlos einbrachen mit dem Ergebnis, das der
Zieleinlauf irgendwie an die Geschichte von den zehn kleinen Negerlein
erinnerte, wir waren nur noch 41 und ich belegte mit meinen 5:13:53
Std. Rang 29. Da kam Freude auf und die Motivation wurde in Bezug auf
Etappe 3 nicht gerade geringer, zumal wir uns in der Zwangspause mit
Pasta und anderen Leckereien stärken konnten und bei angenehmen
Temperaturen per Bus zum dritten Start gebracht wurden, wo sich die
verbliebenen 25 Hardcorerunner erfreulich relaxed auf den Weg nach
Wardenburg machten. Stefan Beckmann stürmte wieder einmal vorweg und
erreichte in einer Gesamtzeit von11:05:34 Std. noch vor Einbruch der
Dunkelheit das Ziel, Chris Bozier aus Luton / GB hatte bereits 1:36
Std Rückstand, dicht gefolgt von Markus Fischer und Harald Ehlers, die
alle noch unter 13 Stunden einliefen. Irgendwann wurden Warnwesten und
LED- Lämpchen ausgegeben, und ich konnte mir zum wiederholten Mal
selbst auf die Schulter klopfen, da es mir zum ersten (und
wahrscheinlich auch letzten) Mal gelang, sowohl Heike Pawzik als auch
Rene Wallesch mit meinen 5:29:33 Std. im letzten Abschnitt um 5 bzw. 3
Minuten hinter mir zu lassen. In der Gesamtwertung machte ich einen
Satz auf Rang 21 und hätte mit 15:53:34 Std. beinahe den Pokal für den
ältesten Triple- Finisher gewonnen, wenn es denn einen gegeben hätte
;-) Wahnsinnig aufgekratzt nach dieser Leistung und eigentlich
überhaupt noch nicht müde habe ich mich nach einer Katzendusche ins
Auto geschwungen und bin nach Hause gefahren, da ich in meinem Bett
einfach besser schlafe als auf einer Isomatte. Die Siegerehrung, die
um 0:45 Uhr durchgeführt wurde und die ich im Fotobuch des Co-
Sponsors CEWEColor nacherlebt habe, zeigte allenthalben strahlende
Gesichter, lediglich Ulf wirkte optisch verständlicherweise ein wenig
gestresst, und er hatte sicher Recht, wenn er nüchtern feststellt: Da
kann man wirklich besser laufen!
Ich hoffe mal, dass es mir gelungen ist, mit meiner kurzen Reflektion
einer bis dato einmaligen Veranstaltung Appetit zu machen auf eine
Teilnahme am 14.07.2012, wenn die Zweitauflage startet. Interessenten
erfahren bereits jetzt weitere Einzelheiten auf der HP
www.triple-marathon.de, wo auch weitere Berichte und viele Fotos
eingesehen werden können.

Text: HaWe